Unterstützung für Schwangere in emotionalen Ausnahmesituationen – Fachtag am Universitätsklinikum Bonn unterstreicht die Bedeutung psychosozialer Beratung

Am 29. April fand der Jubiläumsfachtag „Gemeinsam für die Schwangeren – 25 Jahre Kooperation zwischen Diakonie und Pränatalmedizin am UKB“ statt. Fachvorträge und Fallbeispiele machten deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Medizin und psychosozialer Beratung ist. Die Schwangerenberatungsstelle EVA der Diakonie ist seit vielen Jahren Teil der Geburtshilfe und Pränatalmedizin und im Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) angesiedelt. Die Psychologinnen Claudia Hoppe und Antje Schönefeld unterstützen hier Schwangere in emotionalen Ausnahmesituationen.

„Wir stehen an der Seite der Frau“, betonte Andrea Elsmann, Geschäftsleitung im Diakonischen Werk Bonn und Region. Dieses Selbstverständnis spiegelt sich in einer wertfreien und ergebnisoffenen Begleitung von Schwangeren im gesamten Prozess der Pränataldiagnostik wider.

Antje Schönefeld stellte am Fachtag das Beratungsangebot vor, das neben der Krisenintervention auch sozialrechtliche Fragen, weiterführende Angebote und Perspektiven in den Blick nimmt. Zunächst werden die Frauen medizinisch betreut und aufgeklärt. Wenn bei einer Untersuchung der Verdacht auf eine schwere Erkrankung des ungeborenen Kindes entsteht oder sich bestätigt, geraten werdende Eltern oft in eine belastende Situation. In unmittelbarer Nähe zur medizinischen Diagnostik können sie am Universitätsklinikum Bonn das kostenfreie psychosoziale Beratungsangebot der Diakonie in Anspruch nehmen. Es setzt bei der Stabilisierung nach dem ersten Verdacht an, der bei vielen Eltern einen Schock auslöst, und begleitet durch die oft als besonders belastend erlebte Wartezeit bis zur Diagnose. Darüber hinaus werden Frauen bei der Entscheidung über den weiteren Verlauf der Schwangerschaft unterstützt. Auch während eines Abbruchs ist eine Begleitung möglich, was häufig eine große Entlastung darstellt.

„Begleitung ist Traumaprävention“, sagte Claudia Hoppe. Gerade späte Schwangerschaftsabbrüche seien emotional hochkomplexe Prozesse, in denen medizinische Informationen verarbeitet und gleichzeitig Entscheidungen getroffen werden müssen. Die Trauerarbeit spielt hier eine zentrale Rolle. Bis zu einem Jahr nach dem Abbruch ist eine Begleitung möglich.

Die Lage der betroffenen Frauen wurde im Verlauf des Fachtags wiederholt als Ausnahmesituation beschrieben. Der Fachtag gab einen Überblick über die multiprofessionelle Zusammenarbeit von Medizin am Universitätsklinikum Bonn und der Beratung der Diakonie. Sie ist eine wichtige Grundlage für die umfassende Versorgung von Schwangeren in einer emotional belastenden Zeit.