Wachsende Überschuldung – Zentrale Schuldnerberatung registriert steigende finanzielle Notlagen in Bonn
„Überschuldung ist keine Randerscheinung und keine abstrakte Zahl, sie sitzt mit in der Straßenbahn und sie betrifft Familien mitten in unserem Alltag“, sagt Stefanie Aumüller, Einrichtungsleitung der Zentralen Schuldnerberatung Bonn. „Gerade das Bild der Schulklasse zeigt, dass auch Kinder die Folgen von finanziellen Krisen ganz unmittelbar miterleben.“
Die Bonner Schuldnerberatung war 2025 erneut stark gefragt. Insgesamt nahmen 1.462 Menschen als Neuklient:innen die Angebote der Akut- und Intensivberatung in Anspruch. Die Betroffenen waren im Schnitt 43 Jahre alt und mit einer durchschnittlichen Schuldenhöhe von rund 32.900 Euro konfrontiert. Viele von ihnen lebten in bereits belasteten Lebenssituationen, etwa nach Trennungen oder als Alleinerziehende. Alarmierend ist, dass mit rund 664 auch eine große Zahl von Kindern von der finanziellen Not ihrer Eltern mitbetroffen ist.
„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, oft eine ganze Familie, die unter enormem Druck steht“, so Aumüller. „Unsere Aufgabe ist es, Ängste zu nehmen, das Existenzminimum zu sichern und Wege aus der Überschuldung aufzuzeigen.“ Die Zahlen aus Bonn machen deutlich, dass die Schuldnerberatung ein unverzichtbarer Anker in einer Zeit wachsender finanzieller Unsicherheit bleibt.
Für akute Fragen sind die Berater und Beraterinnen der Zentralen Schuldnerberatung Bonn montags und mittwochs zwischen 11:00 Uhr und 12:00 Uhr in der Telefonsprechstunde unter 0228-96 96 6-55 erreichbar.